Charme vor Perfektion

Qualität und Atmosphäre reifen von einem Stadium der Schönheit zum nächsten. Daher nehmen wir uns auch so viel Zeit, um den Kunden zuzuhören, das Projekt mit ihrem Blick zu sehen, an den Materialen zu tüfteln und die Entwürfe bis zur Fertigstellung nicht mehr aus den Augen zu lassen.

Am Ende eines Projekts werden die allermeisten Auftraggeber zu Freunden, das können wir mit der Erfahrung von fast einem Vierteljahrhundert freudig hinausposaunen. Dafür pfeifen wir auch gerne auf Definitionen, die uns im Wege stehen, zum Beispiel auf den Begriff Architekturbüro: Das sind wir nämlich nicht, sondern ein Büro für Gestaltung aller Art – wir entwerfen Häuser, Räume, Lokale, Shops, gestalten Ausstellungen, aber auch Alltagsgegenstände wie Vogelkäfige oder Schlüsselanhänger, und bei all dem tauchen wir gerne weit in den künstlerischen Bereich ein. Beim Tüfteln erfinden wir manchmal Neues – wie etwa das ART/COAT© System – und halten daher einige Patente.

Unser Schwerpunkt liegt in Wien, weil hier sind wir daheim, aber gerne wirken wir auch in weit oder sehr weit entfernten Gegenden. Bis Los Angeles, New York, Tel Aviv, Mailand oder Moskau beispielsweise sind wir mit unseren Ideen schon gekommen, und dieser Liste möchten wir noch etliche internationale Städte hinzufügen. Unser Ruf darf uns gerne vorauseilen, im Idealfall gelingt alles wie bei einem bekannten Gastronomen. Er befand nach Fertigstellung des Projekts, dass wir uns gar nicht an sein Briefing gehalten hätten – vielmehr hätten wir viel mehr herausgehört, als er gesagt hätte, viel besser hingesehen als er selbst und ihn somit deutlich besser verstanden, als er sich ausgedrückt hatte. Das Ergebnis war anders als erwartet, nämlich viel raffinierter, und am Ende hat er das ganze Büro zu einem zwölfgängigen Menü eingeladen.

Genauso wollen wir sein: Wir nehmen auf freudvolle Art unsere Kunden ernst, aber uns selbst nicht zu sehr. Schließlich wollen wir uns in einem Projekt nicht selbst verwirklichen, sondern an der dünnen Berührungslinie von Funktionalität und Sinnlichkeit dem Wohlfühlen seine Bühne schaffen. Wir möchten keinen typischen Embacher erzeugen, sondern stets unverwechselbare, individuelle Lösungen finden und daran tüfteln, bis alle zufrieden sind – unsere Kunden, wir aber auch. Dort legen wir unseren Maßstab an, nicht an den Stimmen der Presse oder an den Gewinnchancen bei Wettbewerben: Schließlich sehen wir Gestaltung nicht als Spektakel, das möglichst viele Blicke einfangen soll, sondern wir wollen die Blicke unserer Auftraggeber erfreuen, für viele Jahre und Jahrzehnte. Falls wir damit doch einmal in einer Zeitung aufblitzen, dann ist uns das fast ein wenig peinlich. Unser Anspruch an uns und unseren Auftrag wird von Anfang an merkbar, denn wir nehmen uns Zeit, um alle Facetten auszuloten: Erst wenn wir unsere Auftraggeber und ihre Persönlichkeiten wirklich kennen, wenn wir alle Wünsche und Notwendigkeiten erhoben und auch die bauliche Ausgangsbasis lückenlos erforscht haben, legen wir los – aber anders, als gemeinhin erwartet. Denn wir fertigen kaum Renderings, sondern Handzeichnungen mit Gefühl. Schon daran tüfteln wir im Dialog mit den Kunden, bis sie die Atmosphäre des Entwurfes rundum stimmig ist, bis Schnelllebiges und Modeströmungen beiseite geschoben sind. Bei der Realisierung gewinnt die bessere Lösung vor der schnelleren oder günstigeren. Wir erneuern nicht einfach, sondern restaurieren auch, wir verwerfen Lösungen wieder, wenn sie am Gesamtergebnis kratzen, wir betrachten Details immer im Gefüge des ganzen Entwurfs. Dennoch wird das Ergebnis nicht perfekt sein im landläufigen Sinn des Wortes, soll es auch nicht – schließlich sind auch wir nicht perfekt, weil wir gar nicht wollen.

Perfektion gilt als Zuflucht der Verunsicherten1, als kühle Notlösung – wir hingegen möchten eine Atmosphäre schaffen, die durch Benützung reifen und altern kann, sich aber nicht abnutzt. Die man nicht nur mit Freude betrachtet, sondern auch berührt, bewohnt, und beim Verwenden genießt. Mit aller Sorgfalt geschieht allerdings die handwerkliche Durcharbeitung unserer Entwürfe, die Wahl der Materialien, die harmonische Verbindung des Neuen mit Bestehendem, schließlich können wir auf 25 Jahre Erfahrung mit historischer und denkmalgeschützter Bausubstanz zurückgreifen. Lückenlos umsichtig ist natürlich auch die Betreuung der Baustelle. Dennoch können wir auch hier keine Unfehlbarkeit garantieren, denn das Wesen einer Baustelle lässt Raum für Überraschendes und Ungeplantes. Da verstehen wir uns seit jeher als Team, das GEMEINSAM mit dem Baumeister, den Handwerkern und Zulieferern der kompromisslos besten Lösung zustrebt. Trotz aller Sorgfalt aber funktioniert das Ergebnis nicht immer so wie geplant – das hat seine Gründe, meistens sehr gute. Da ist zum Beispiel das Wohnzimmer eines Auftraggebers, dessen Gäste immer so früh heimgingen. Das neue Wohnzimmer, so schwebte ihm vor, möge gemütlicher ausfallen, aber irgendwas ging schief. Jetzt gehen die Gäste nicht vor drei Uhr Früh heim. Oder die Toiletten des Schlosses Schönbrunn: Es waren immer zu wenige, und obendrein pinkelten viele Besucher draußen in die Hecke. Wir haben deutlich mehr Toiletten untergebracht (und auch die Hecke integriert), aber jetzt sind's erst recht zu wenige: Die Touristen kommen scharenweise zum Fotografieren rein und stehen den Bedürftigen im Weg herum.

Was auf jeden Fall feststeht: Unser Weg als Analytiker und penible, materialbegeisterte Gestalter ist nicht der schnellste. Aber es ist der reizvollste und nachhaltigste, wenn man uns nicht als Billigstbieter missversteht, sondern als Spezialisten für knifflige Fragestellungen begreift, als Experten der sinnlichsten Lösung, die das Leben der Auftraggeber schöner, angenehmer und freudvoller machen. Diese Lösung begleitet unsere Kunden ein Leben lang, und die meisten Kunden begleiten uns dann als Freunde. So kommen wir dann wieder zu neuen Aufträgen – auch das können wir jetzt schon mit der Erfahrung von 25 Jahren feststellen.

1. Unser Dank gilt Tone Fink für die klugen Worte.